Nach nunmehr 5 Jahren war es soweit. 5 Jahre ist es nun her, dass ich mein Abi gemacht habe und dass ich das letzte mal in meiner Schule war. 5 Jahre ist es her, dass man seine Lehrer gesehen hat und 5 Jahre ist es her, dass man die meisten Leute seines Jahrganges gesehen hat. Nun war es soweit. Zum 100ersten Jubiliäum hat meine ehemalige Schule zu einem Ehemaligentreffen aller Jahrgänge eingeladen und weil ich neugierig war, konnte ich nicht widerstehen dafür nach Berlin zu fahren.
Es war ein seltsames Gefühl in diese Schule zu gehen. Ich war zwar nie grottenschlecht, aber trotzdem war die Schule als solches nie mein Lieblingsort. Selbst wenn man da immer seine Freunde treffen konnte, ich hatte eigentlich fast nie Lust darauf, aber genau erklären warum konnte ich das auch nie. Und nun kam man zurück. Unsere Schule das
Carl von Ossietzky Gymnasium in Berlin Pankow ist schon sehr ehrwürdig. Ein großer Altbau, der schon von draußen viel her macht und vor allem weckt es Erinnerungen. Erinnerungen wie wir jeden Tag dort hin gelaufen sind, uns am Schwarzen-Brett den Vertretungsplan angeschaut haben, die große Haupttreppe zu unseren Klassenräumen erklummen haben und wie wir in den Pausen (vor allem die letzten Jahre) sämtliche Kartenspiele gezockt haben von 17+4 über Skat, etc. die Pure Entspannung in der Pause. Man erinnert sich, wie man in der Unterstufe immer auf den Hof gescheucht wurde, denn nur bei schlechtem Wetter gab es die Ausrede drinnen bleiben zu dürfen. Man erinnert sich mit schrecken an Fächer wie Französisch, Deutsch und Geschichte ... und erinnert sich freudig an Mathematik und Biologie. (Auch wenn es sicherlich bei viel anders herum wäre)
Kaum hat man dann die früher gehassten heiligen Hallen betreten erkennt man Gesichter von Lehrern. Man fängt an in den Tiefen der Versenkung seiner Erinnerung nach Namen zu graben. Dabei bin ich besonders schlecht, denn mein Namensgedächtnis war nie gut. Ganz anders bei einigen Lehrern, die noch Vor- und Zunamen in ihrem Gehirn finden und das ein oder andere Ereignis über fehlende Hausaufgaben und schlechte Klausuren oder schlechtes Benehmen heraus suchen. Wahnsinn.
Man wandert weiter durch das Gebäude und stellt fest, dass es immernoch alles wie in der Erinnerung ist. Die Flure, die Klassenzimmer, die Turnhalle, alles noch wie damals.. oder doch nicht? Auf den Fluren hängen teilweise TFT's. Kunstobjekte? keine Ahnung. Aber sonst fast alles wie früher. Nicht alle Lehrer sind mehr da, aber doch der ein oder andere.
Weiter gehts mit den ehemaligen Mitschülern. Einigen geht man gleich aus dem Weg, so wie damals auch immer. Andere umarmt man sofort und fragt wie es ihnen ergeht, ob sie immernoch studieren (und das sind nicht zu wenige), fragt wer denn schon verheiratet ist und Kinder hat oder was mit den anderen ist, die nicht gekommen sind. Einiges erfährt man... anderes bleibt ungewiss.
Und dann geht man wieder, verlässt das Gebäude und schwelgt nur noch kurz in den Erinnerungen von damals, denn ich muss sagen 5 jahre sind noch nicht genug, um die Klage der Erwachsenen schon einzusehen "Ihr werdet euch noch zurückwünschen in die Schule, ihr werdet es schon sehen" Nein ... werde ich so schnell nicht. Sicherlich waren Ferien etwas tolles und jeden Tag seine Freunde sehen war auch ok ... aber lernen und Klausurstress ... darauf kann ich irgendwie doch verzichten.
Trotzdem freut man sich darauf vielleicht in 5 jahren wieder zurück zu kommen und zu schaun, was dann aus all dem geworden ist. Wie viele dann mit der Ausbildung fertig sind und dann endlich arbeiten. Wie viele dann eine Familie gegründet haben und wie die schule dann aussehen wird. Und man versucht in die Zukunft zu denken und fragt sich, wo und wie werde ich in 5 Jahren sein?