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8. März 2011

Mein erstes Mal Nummer 2

Es ist nun über ein Jahr her, dass mein Schatz mich das erste mal auf Skier gestellt hat. Damals bin ich ganz weit von der Kante in der Skihalle weggeblieben und hab mich mit Mühe und Not den Anfängerhügel runter gebacht. Und damals waren meine Schuhe der Horror. Deshlab war ich etwas skeptisch, als mein Schatz nun wirklich in den Skiurlaub wollte. Ich dachte einmal muss ich es durchziehen, um ihn glücklich zu machen und danach kann ich vielleicht neu abschätzen, ob ich jemals wieder fahren werde. 

Also hab ich alle Tchiboangebote und andere Angebote genutzt und habe mich bereits im Herbst für den Skiurlaub eigedeckt. Skihose, Skijacke, Handschuhe, Unterwäsche etc etc etc .. Hauptsache mir wird nicht kalt und ich hab viele Polster, damit so wenig blaue Flecke wie möglich entstehene. So der Gedanke. Und falls man nie wieder in Skiurlaub fährt, so kann man diese Sachen auch nochmal für einen Winterspaziergang und kalte Tage in der Heimat nutzen. Alle anderen Skispeziellen Sachen, kann man dann ja vor Ort leihen.
Und so ging es am 26.2 los nach Leogang in Österreich ins Skigebiet Skicirkus Saalbach Leogang Hinterglemm. Zu Viert kamen wir dann in der Ferienwohnung an, die uns auf Anhieb sehr gefiel. Fussbodenheizung, im Keller ein Raum mit Skischuhheizung und einem Käfig für Skier und Snowboards ... und Blick auf die Pisten und die Seilbahn und nur 2 Gehminuten von der Talstation entfernt. Sehr praktisch!

Am nächsten Tag ging dann der erste von insgesamt vier Skischultagen los. Quer zum Hang hochlaufen, den Kinderhang runter fahren und dabei schneit es die ganze Zeit. Man denkt nur immer wieder ahhhh ... wie bremse ich nochmal? Also Pflugstellung rein und runter den Hügel ... und dabei kommt der Gedanke .. ich werde nie rote Pisten fahren, ich bin froh wenn der Urlaub vorbei ist. 

Kinderhügel Leogang
Tag zwei, wir gehen vom Kinderhügel mit dem Tellerlift ca. 80 Höhenmeter höher und fahren den Anfängerhügel runter, immernoch im Pflug ... irgendwann bin ich so müde, dass meine Beine zittern und ich nicht mehr stehen kann. Wie schaffen es die Leute nur einen ganzen Tag auf Skiern zu stehen? Ich bin nach den 4 Stunden gerade zu nix mehr zu gebrauchen.

Anfängerhügel mit unserem Skilehrer
Tag drei auf Skiern wird dann richtig sonnig. Wir sind zwar immernoch auf dem Anfängerhügel, aber wir lernen langsam den Parallelschwung. Das ist auch viel weniger anstrengend als der Pflug und die Zeit vergeht wie im Flug. Am Abend fahren wir nochmal ganz nach oben auf den berg zur Aktion Night. Dort springen Skifahrer, Snowboarder und Biker über Rampen. Ganz schön mutig. Danach haben wir die Gondel bis zur Mittelstation genommen und sind mit dem Schlitten die beleuchtete Schlittenpiste runter gefahren. Am Anfang war ich gar nicht so begeistert von dem Gedanken, denn ich könnte mich nicht daran erinnern, wann und wie ich das letzte mal auf einem Schlitten gesessen habe. "Kann ich das Ding wirklich steuern?" Ich muss jedoch sagen, auch wenn es sicher fast gefährlicher als jedes Skifahren ist, ist es irgendwie witzig und teils recht schnell, wir haben uns alle recht viel Profil von den Schuhen abgefahren. (Hinweis an mich: das nächste mal packen wir dafür extra alte Schuhe ein)

Anfängerhügel
Tag vier ... heut geht es das erste mal nach oben mit der Skigruppe. Wieder scheint die Sonne, aber wir sind alle einfach nur aufgeregt, als uns unser Skilehrer die Mittelabfahrt ansteuern lässt. Wir brauchen fast 1,5h bis zur Mittelstation und wir straucheln ganz schön. Nach dem Mittag beim zweiten Versuch sind es schon nur noch 45min und ohne jeden Sturz. juhu. Am Abend schauen wir uns noch das Hüttenspringen an. Eine Gruppe von Skilehrern, die sich auf eine Rampe ziehen lassen und auf dem schmalen Dach einer Skihütte landen. 

Mittelabfahrt aus der Gondel
Tag fünf ... heute hat mein Schatz Angst. Heute fährt er mit mir die Pisten runter und er hat Sorge, dass er allen Ärger und Kummer abbekommt. Wir fahren zweimal die Anfängerpiste und dann die Mittelabfahrt. Es braucht wieder neuen Mut die steilen Stücke anzugehen, aber auch hier werde ich immer schneller, je besser ich die Pisten kenne.

Erfolg ... dieser Hügel ist von oben einfach steil
Tag sechs auf Skiern und auch der letzte Tag. Die Sonne scheint, blauer Himmel und mein Schatz plant heut eine größere Runde mit mir. "Hoffentlich nur auf blauen Pisten" denke ich, werde aber schnell merken, dass es ganz ohne rote nicht geht. Resultat des Tages sind 12 Liftfahrten, 26 Pisten-km und 4200 Höhenmeter und das alles ohne auch nur einen Sturz, inkl. 2 roter Pisten, die ich mich teils sehr runter gequält habe, aber dafür wurde ich auf flacheren Stücken immer sicherer. Und man muss sagen, dass man wirllich schöne Panoramablicke hat, wenn man oben auf den Bergen steht. Vor allem bei gutem Wetter kann man die Aussichten schön genießen. 

Hier kann man mal genießen
Skiline Tag 6
Am Ende musste ich meinem Schatz schon halb zustimmen wieder mal mit ihm in den Skiurlaub zu fahren, irgendwann (vielleicht nicht gleich nächstes Jahr), aber ich hab einfach auch von mir zu viele Gedanken wie ich mich verbessern kann, was ich anders machen muss und dann, wenn man es irgendwann mal besser kann, dann kann es vielleicht auch Spaß machen das Skifahren.

Statistiken meines ersten Skiurlaubes: 1 blauer Fleck (am zweiten Tag), ca. 10 Stürze (die letzten 2 Tage sturzfrei), ein wenig sonnengebräunt, 50 Liftfahrten, ca. 70 Pistenkilometer, ca. 11000 Höhenmeter