Wie die Zeit vergeht. Auf den Tag genau ist es ein Jahr her, dass der Umzugswagen vor unserer alten Tür stand, alles eingeladen hat und wir das erste mal in unserer neuen Wohnung, zwischen totalem Chaos, geschlafen haben. Ein Jahr lang wohnen wir nun mitten in der Stadt, ich habe einen Supermarkt und Bäcker und Metzker und einen DM und alles in max. 5min Laufweg. Ich kann meine Wohnung in drei Himmelsrichtungen verlassen und habe in allen in 5min eine Apotheke. Ich kann in 10 bis 15 min in der Bonner Innenstadt sein. Ich habe direkt vor meiner Tür ein Restaurant und eine Kellerkneipe. Einmal über den Bahndamm gibt es eine studentische Kneipe und einen Imbissladen. Ich kann aber auch in 10min am Rhein sein, wo es sich auf der Promenade gut laufen lässt und ich kann genauso gut in 10min mit der U-Bahn in der Bonner Rheinaue sein! Ich habe nun einen Balkon mit Abendsonne und kann bei Bedarf auch den Garten nutzen (aber ehrlich gesagt die 4 Etagen runter hab ich es noch nicht genutzt). Ich habe nun eine große Küche mit Platz und einer Spühlmaschine und es gab genug Platz, um alle Möbel aus der alten Wohnung unter zu bekommen. Wir haben nun auch noch sehr viel mehr Platz durch einen Dachboden, der durch die Schräge aber nicht extra berechnet werden kann, wo ich es zum ersten mal auch geschhaft habe einen eigenen Basteltisch unter zu kriegen.
Es gibt auch ein paar kleine nicht so tolle Sachen .. ich muss nun damit leben, dass die Bahntrasse zwei Häuser neben mir verläuft und man die Güterzüge auch bei Gewöhnung an diese Geräusche nicht immer überhören kann, aber ich habe bisher deshalb noch nie nicht schlafen können oder mich sonst ärgern müssen. Und ich vermisse den Trockner, der in der alten Wohnung vom Vermieter gegen Zahlung von ein paar 50cent Münzen nutzbar war. Ich habe diese weichen Handtücher sooo geliebt! Stattdessen muss nun 2-3mal im Jahr die Waschmaschine und der Trockner meiner Schwiegermama herhalten. Da fahren wir eh immer mit Auto hin und wie voll das ist, ist dann ja egal. Und auch der vierte Stock ohne Aufzug, kann ein Nachteil sein, man kann diesen Zustand aber genauso als tägliche Fitnesherausforderung sehen ;)
Auf Grund des Umzuges wurden außerdem neue Freundschaften geschlossen, die das Leben weiter bereichern. Erst gestern haben wir wieder in großer Runde viel gelacht. Und trotzdem wohne ich so, dass ich beim Blick aus dem Fenster nur grün sehe. Ok manchmal wird man etwas faul, warum in die Kneipe um die Ecke gehen, wenn man das gleiche Bier direkt vor der Tür hat und danach zauberhaft schnell im Bett liegen kann. Da ist es halt manchmal dann nicht so schlimm, dass es etwas länger geht, denn ich bin ja in 3min Zuhause ;)
Kurz gesagt, auch wenn ich meine erste Wohnung in Bonn sehr geliebt habe und auch die Aufteilung schön fand und sie in der Lage auch eigentlich gut angebunden war, es fehlten vor allem die Einkaufsmöglichkeiten und durch die Entfernung der Wille auch nach dem Abendbrot einfach nur nochmal für ein Bier nach draußen zu gehen. Wenn man mal eben in die Stadt wollte oder vom Feiern zurück kam, war man immer auf Bahn oder Taxi angewiesen. Was entweder zum lange warten oder zusätzlichem Geldaufwand führte. Heute kann ich einfach gemütlich nach Hause laufen. Und das liebe ich. Ich kann also sagen, dass sich dieser Umzug gelohnt hat und ich ihn bisher mit keiner Sekunde bereut habe.Und in diesem Sinne verabschiede ich mich ins Wochenende und wünsche ein ebendieses schöne für euch und werde nach dem Einkaufen der "neuen" Wohnung mal wieder etwas Glanz verschaffen müssen.





